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Moderne Genossenschaften
Ein "Phönix" der Unternehmensformen
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Genossenschaften sind wieder "in"          

Mit Erstaunen verfolgen selbst eingefleischte Skeptiker dieser Unternehmensform, mit welcher Dynamik und Kontinuität Genossenschaften - in allen Bereichen - das Vertrauen der Menschen in Deutschland erobert hat. Leider drückt sich das nicht in der Anzahl der Genossenschaften aus, in der Anzahl der Mitglieder in Genossenschaften schon.

In über 8.500 Genossenschaften sind  21.000.000 Menschen Mitglieder. Rein rechnerisch das zwar ein Durchschnittswert von über 2.700 Mitgliedern je Genossenschaft, aber das wäre zu einfach. Der überwiegende Teil dieser Mitglieder gehören zu genossenschaftlichen Banken.

Motor für diese "Phönix-Eigenschaft" war nicht nur die Gesetzesnovelle von 2006, Aber auch sie trug dazu bei, denn inzwischen reichen bereits 3 Mitglieder aus, um eine Genossenschaft zu gründen. Auch das recht einfache Gründungsverfahren oder der "undefinierte" Mindestbetrag für eine Beteiligung dürfte keine Erklärung dafür sein. Das wäre zu formal. Dass jedoch Genossenschaften die - bei weitem - niedrigste Insolvenzrate von allen Unternehmensformen ausmacht (O,1%!), könnte erste Erklärungsansätze liefern. Quasi "insolvenz-immun" - das schafft in turbulenten Zeiten durchaus Aufmerksamkeit, auch wenn man einfach "nur" sein Geld sicher anlegen möchte. ...

Die hohe Anzahl von Bürger-Energie-Genossenschaften hat viele Menschen direkt und unmittelbarer mit dem Thema Genossenschaft in Berührung gebracht. Hier konnte man nicht nur "Gutes" für sich selbst mit dem für seine / ihre Region tun, sondern auch praktisch selbst Handanlegen an dem, was als sinnvolle Energiewende gemeint und erfahren wurde.

Das war und ist: "Menschen Machen Wirtschaft - in Aktion"!

Die alten (Selbsthilfe-) Ideen von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, Hermann Schulze-Delitzsch wurden sozusagen - aktualisiert und modernisiert - wiederbelebt. 
Auch völlig neue Gruppen begannen zu erkennen, welche Vorzüge Kooperation beinhaltet. Ärzte begann sich genossenschaftlich zu vereinigen,  vielfältige Formen Genossenschaften entstanden im Gesundheitssektor, Wohnungsgenossenschaften öffneten sich für das Thema Eigentumsorientierung (Mietkauf), etc. Kein Sektor in dem es nicht irgendeine Lösung in Genossenschaft gibt. 

Genossenschaften reagieren auch recht schnell auf politische oder wirtschaftliche Entwicklungen. Das Thema Verbraucherschutz brachte für viele Dienstleistungsgruppen eine Menge an Regulierungsvorschriften, das Kleinanlegerschutzgesetz ist ein bekanntes Beispiel dafür, Es macht schon einen erheblichen Unterschied, wenn bis 100.000 Euro Gründungskosten einzusparen sind, weil Genossenschaften meist keiner Prospektpflicht unterliegen. Das brachte eine völlig neue "Richtung" in die Genossenschaften. Was früher konsequent mittels Fonds organisiert wurde (z.B. Immobilien-Bereich) wird heute von den Initiatoren bzw. Managern von Fonds, durchaus wohlwollend geprüft, mittels Genossenschaften umzusetzen. Finanzdienstleistungsbereich und Genossenschaft, noch vor kurzen noch eine undenkbare Begegnung, entwickelt sich inzwischen kontinuierlich positiv. Bleibt zu hoffen, dass die Fondsmanager rechtzeitig begreifen, dass die Führungsmuster in der Tat kooperativ angemessen sein müssen, um weiterhin den kooperativen VORTEIL nutzen zu können.

Dies alles wäre jedoch undenkbar, wenn nicht eine grundlegende "Stimmung" in der Bevölkerung erkennbar wäre. Werte die Genossenschaften verkörpern sind synchron mit dem, was die Menschen erwarten. Vertrauen, Transparenz und Mitgestaltungseffekte entsprechen dem, was Menschen mögen. Und weil mit solchen Werten in Verbindung gebracht werden, hat sich eine Art "SOG-Potenzial" entwickelt, was einfach dem TREND entspricht. ...